Zukunft der Formel E: Zwei Motoren und kein Autowechsel

Wenn Sie sich für die Formel E interessieren, dürfen Sie sich auf viele für die nahe Zukunft geplanten Entwicklungen freuen. Zur Saison 2018/19 wollen die Ingenieure erstmals Rennwagen, die von zwei Motoren angetrieben werden, konstruieren. Langfristig ist zudem die Abschaffung des Autowechsels geplant.

Antriebsstrang mit zwei Motoren in der Formel E

Ab der kommenden Saison dürfen die Teams und ihre Entwicklungspartner den Antriebsstrang eines Formel-E-Rennwagens eigenständig weiterentwickeln. Somit erhalten die Ingenieure die offizielle Erlaubnis, sowohl an der Kühlung, dem Getriebe und den Invertern als auch an den Motoren Modifikationen vorzunehmen oder eigenständige Neukonstruktionen einzubauen. Erste Pläne für künftige Entwicklungen wurden von einigen Teams vorgestellt. China Racing und der Konstrukteur NextEV TCR wollen einen neuen Antriebsstrang mit zwei Motoren und jeweils eigenständigen Controllern verwenden. Die Ingenieure (www.hhd.de) versuchen, mit einer optimalen Getriebekonfiguration die maximale Effizienz des Antriebs im Schub- und Lastbetrieb zu gewährleisten. Nach der Verfeinerung der Algorithmen, mit denen die Wechselrichter gesteuert werden, startet NextEV spätestens im August die ersten Tests.

Kein Autowechsel in der Formel E ab 2018

Laut einem Fünfjahresplan, der durch den Formel-E-Geschäftsführer Alejandro Agag (KLICK) vorgestellt wurde, ist für den Beginn der Saison 2018/19 die Abschaffung des Autowechsels vorgesehen. Die Ingenieure der Teams stehen nun vor einer großen Aufgabe. Denn derzeit ist es noch kaum vorstellbar, dass die Fahrer die Möglichkeit erhalten, mit einem einzigen Formel-E-Wagen ein vollständiges Rennen mit einer Dauer von rund 45 Minuten zu bestreiten. Nur mit einer deutlich erhöhten Batteriekapazität wäre es denkbar, ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug ausreichend mit Energie zu versorgen. Ab 2016 wollen die Teams intensiv an der Verbesserung der Batterien arbeiten, um dem großen Ziel langsam aber sicher näherzukommen. Die Verantwortlichen planen, die Batterieleistung Schritt für Schritt zu erhöhen. Das derzeit freigegebene Energievolumen von 28 Kilowattstunden wird von 2016 bis 2018 auf 33 Kilowattstunden angehoben. Für die angestrebte Abschaffung des Autowechsels benötigen die Teams dann schließlich Batterien, die einen Rennwagen mit 40 Kilowattstunden versorgen.

Weiterer Modifikationen und ungewisse Finanzierung

Die Erhöhung der Elektromotorleistung von derzeit 150 Kilowatt ist ebenfalls vorgesehen. Demnach werden die Motoren ab dem kommenden Herbst dazu in der Lage sein, 170 Kilowatt abzurufen. 2016 wollen die Teams die Leistung schließlich auf 200 Kilowatt erhöhen. Die Ingenieure denken zudem über die Entwicklung weiterer Modifikationen nach, um eine Fahrt über die volle Renndistanz zu erleichtern. Hierzu zählt zum Beispiel die Installation eines Allradantriebs, der die Gewinnung von mehr Energie über die Vorderachse ermöglichen würde. Viele Gedankenspiele scheitern jedoch an der Finanzierung. Für Weiterentwicklungen benötigen McLaren und Hewland Gelder, die derzeit nicht zur Verfügung stehen. Die Geschäftsführer von mehreren Teams haben bereits auf ihre finanziellen Grenzen hingewiesen und an den Realitätssinn der FIA appelliert. Auch die Chassis werden auf dem Weg zu einer Formel E ohne Autowechsel zum Problem. Aus finanziellen Gründen verwenden die Teams den Spark-Renault SRT_01E für weitere vier Jahre. Radikale Technologien, die eine Voraussetzung für Rennen ohne Autowechsel sind, lassen sich mit diesem Chassis nur schwer kombinieren. Alejandro Agag ist dennoch optimistisch und davon überzeugt, dass es gelingt, den Fünfjahresplan mit dem aktuellen Modell umzusetzen.